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LATEINAMERIKA
(aus der Kongregationsgeschichte von M. Irene Dabalus OSB)
MISSION FÜR EINE GANZHEITLICH MENSCHLICHE BEFREIUNG
Als zur Zeit der Jahrhundertwende die Kongregation mit Missionarinnen aus den Nähten platzte, wandte sie ihren Kurs einem anderen Missions-Kontinent zu – Lateinamerika. Es war eine ganz andere Situation für ein missions-benediktinisches Unternehmen. Hier wurde die brasilianische Mission geboren, die heute blüht.
Zur Zeit ist Lateinamerika arm, aber christlich. Es macht Christi vorrangige Liebe zu den Armen zu seiner Antwort auf die kulturellen Umstürze, die politische Machtlosigkeit und die wirtschaftliche Armut seiner Bevölkerung. Ach hier fahren die Missions-Benediktinerinnen fort, aus ihrem Gebets- und Gemeinschaftsleben die Schätze des Glaubens und der Hoffnung zu ziehen, die sie in ihrer Missionsarbeit für Brasilien liebend weitergeben.
DAS PRIORAT OLINDA
Nordost-Brasilien.
Das Priorat Olinda befindet sich im Nordosten Brasiliens mitten unter der Bevölkerung, die unter der Not von Hunger, Armut, Unterdrückung und der naturbedingten Misere von Trockenheit leidet. Auf die Einladung von Dom Gerald van Caloen, Abt von Olinda, kamen 8 Schwestern 1903 hier an und begannen mit der Erziehung der Jugend des Ortes. Von Anfang an stand das Leben der Schwestern im Dienst an der Grunderziehung der Armen. Die Academia Santa Gertrudes wurde später der Sitz des nordöstlichen brasilianischen Priorates.
Das hauptsächliche Apostolat des Priorates liegt im Erziehungswesen. Es unterhält fünf höhere Schulen, die gewöhnlich von Kindern der Mittelklasse gut besucht sind.
Mit der Gründung des Hospitals und Entbindungsanstalt „San Vicente de Paulo“ in Barbalha, Cearà, hat das Priorat auch das Gesundheits-Apostolat in dieser nordöstlichen Region begonnen. Das Krankenhaus steht im Kontakt mit verschiedenen Organisationen, um Hilfe für eine möglichst große Zahl von Armen zu ermöglichen.
Verschiedene Sozialzentren bieten den Armen Grunderziehung und medizinische Versorgung an, kümmern sich um alte Menschen, unterhalten Kindergärten und geben Strassenkindern Heimat und Ausbildung.
Außer diesen Häusern sorgen die Schwestern für Menschen in vorstädtischen Siedlungen, ohne dass eine Gemeinschaft dort lebt.
DAS PRIORAT SOROCABA
Geschichte und Entwicklung
Gegen Ende des letzten Jahrhunderts litt die Kirche in Brasilien am Mangel von Missionaren und der Benediktinerorden war nahezu ausgelöscht. Auf die Bitte von Dom Gerard van Caloen kamen die Schwestern nach Brasilien und gründeten erst Olinda in 1903 und dann Sorocaba in 1905. Am 28. September 1905 kamen die Generalpriorin, M. Birgitta Korff, Sr. Alphonsa Kellnberger und Sr. Lioba Schledorn in Sorocaba an.
Am 1. August 1906 wurde das Colégio Sta. Escolástica gegründet, zunächst mit 10 Schülerinnen. 1906 wurde auch ein Noviziat eröffnet. 1911 kam Sr. Melania Vollmer als Priorin nach Sorocaba. Sie schenkte diesem Priorat viel von ihrem Leben und prägte es mit den unerschöpflichen Spuren benediktinischen Lebens, die sie selbst von P. Andreas Amrhein, dem Gründer, erhalten hatte.
Auf eine Periode der Festigung folgte eine Zeit glücklicher Expansion, in der neue Häuser gegründet und neue Tätigkeiten unternommen wurden. Besonders erwähnt werden sollte die Mission unter den Indianern von Boroima und, in letzter Zeit, im afrikanischen Angola.
Das Priorat heute
hat 12 Häuser, 2 davon in Argentinien, und unterhält 4 höhere Schulen und 5 Volksschulen. Ausserdem arbeiten die Schwestern in der Pastoral, mit den Kranken, Armen, Unterdrückten, Kindern, Immigranten und vielen anderen Randgruppen.
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