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DAS PRIORAT MANILA
(aus der Kongregationsgeschichte von M. Irene Dabalus OSB)
Ein neuer Anfang in den Tropen.
Am 14. September 1906 kamen 5 Missions-Benediktinerinnen als Antwort auf die Bitte des Apostolischen Delegaten, Msg. Ambrosius Agius OSB, nach Manila, um an der Mission der katholischen Erziehung junger Filipinos mitzuwirken. Mit der Gründung von St. Scholastica’s College setzte das Priorat Manila seine Wurzeln.
Jahrzehnte des Wachstums und der Expansion.
In den Jahren zwischen 1920 und 1950 kamen mehr Schwestern aus Deutschland. In den zwanziger Jahren wurden neun Schulkommunitäten auf Luzon, Cebu, Leyte, Marinduque und Camiguin gegründet. Zwei weitere folgten in den dreißiger Jahren.
Katechismusunterricht für die armen Kinder war immer ein Grundzug in der Arbeit der Schwestern und ihrer Studentinnen. Zwei weitere Schulkommunitäten wurden in den fünfziger Jahren, und nochmals zwei in den sechziger Jahren gegründet, außerdem ein Krankenhaus und ein Noviziatshaus.
Die Erklärung des Kriegsrechtes 1972 beendete das demokratische System im Land. Bürgerliche Freiheiten wurden aufgehoben. Der Plan für wirtschaftliche Entwicklung machte das Land immer mehr abhängig von ausländischen Anleihen und ausländischem Kapital. Eine akute Sorge über die sozialen Ungleichheiten und die soziale Ungerechtigkeit, vom II. Vatikanum hervorgerufen, veranlasste eine Antwort des Priorates zu direktem Dienst an den vernachlässigten Armen und Ausgegrenzten.
Das Priorat heute.
Der vierzinkige Vorstoß des Prioratskapitels von 1975 verpflichtete das Priorat zu größerem sozialen Einsatz und zur Teilnahme an der auswärtigen Mission. Diese wurden der Rahmen für die Richtlinien seiner 20 Häuser.
Die Zeichen der Zeit lesen.
Die Antwort des Prioratskapitels von 1980 auf die Situation von Armut, moralischem Niedergang und politischer Unfreiheit war ein Dokument, „Statement of Mission“, das „Solidarität mit den Armen, Teilnahme an der Verkündigung der Frohen Botschaft der Befreiung und Wiederherstellung unserer Gott-geschenkten Würde als Volk“ ausdrückte.
Diese Verpflichtung der Teilnahme an der sozialen Transformation für die Erfüllung des (Gottes-) Reiches ist auf die Probe gestellt, während das Land immer tiefer in eine wirtschaftliche Krise, politische Ungewissheit, Militarisierung und schwere Vergewaltigung der Menschenrechte, mit weit verbreiteter Arbeitslosigkeit und einer wachsenden Zahl von Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, fällt. Das Priorat nimmt gleichzeitig die Herausforderungen an, Seite an Seite mit den Armen zu sein, und dem Ruf zur auswärtigen Mission Folge zu leisten mit den Gründungen in Australien und in Spanien.
Im Lesen der Zeichen der Zeit und der Unterscheidung des Atems des (Heiligen) Geistes ist das Manila Priorat auf dem Weg – in der Vertiefung seines Missionsverständnisses, im Horchen des Herzens auf die Schreie des Volkes Gottes, und durch die Antwort als Gemeinschaft:
- die Kraft und das Opfer des gemeinsamen Lebens und Betens anzubieten;
- Zeugnis zu geben durch ein einfaches Leben und Aktion für Gerechtigkeit;
- der Sache der Humanisierung in Erziehung, Gemeinschaft und Organisation zu dienen. (Konstitutionen V,3)
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