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 MISSIONS-BENEDIKTINERINNEN VON TUTZING

Aus dem berühmten Film “Out of Africa” kennen wir alle das traurige Schicksal der Hauptfigur Karen Blixen. Auf dem Gelände ihrer ehemaligen Farm, nach ihr “Karen” genannt, steht heute das Prioratshaus von Nairobi. Hier wurde unser erstes, einheimisches Noviziat in Afrika errichtet mit jungen Frauen aus Kenya, Uganda, Tansania und Angola. Daneben, in der wunderschönen Umgebung, entstand ein Exerzitienhaus. Die ständig wachsende junge Schwesternschar mit einem grossen Noviziat ist in vielen Bereichen tätig, wie Pfarreien, Gruppen, Schulen, Kindergarten und Kliniken. Im Prioratshaus betreut man eine Gruppe von alten Leuten.
                         (Mehr über die Gündungen in Kenya: hier)

Karen Pr.Haus

Bilder aus Karen

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Chapel - Karen

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Sr. Odilia's Dispensary und Healthcare for AIDS-patients

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Gründungen der Missions-Benediktinerinnen in Kenia

1.Chesongoch (St. Therese of Lisieux) - 1973

Nachdem die Missions-Benediktiner von Peramiho/Tanzania im Jahr 1972 eine Neugründung im Keriotal in Kenia begonnen hatten, baten sie unsere Schwestern in Peramiho um zwei Schwestern zur Aushilfe in Chesongoch für eine begrenzte Zeit, da sie bereits das Versprechen einer einheimischen Kongregation (Assumption Sisters of Eldoret) für die Mitarbeit dort in der Frauenpastoral und im medizinischen Bereich hatten. Sr. Ruth Greubel und Sr. Margareta Maria Arnold waren die ersten Schwestern, die von Peramiho nach Kenya für dieses Apostolat kamen. Die Benediktiner-Brüder bauten zwei kleine Konvente für die Schwestern, einen für unsere, und einen für die kenianischen Schwestern. Tatsächlich kamen dann auch zwei Schwestern, die jedoch nach einiger Zeit, bevor unsere Schwestern wieder nach Peramiho zurückkehren konnten, wieder zurückgezogen wurden, da diese Kongregation noch in Anfangs-Schwierigkeiten steckte.
So blieben unsere Schwestern im Keriotal, mehrmals wurden sie ausgetauscht, bis schließlich Sr. Wilgard Lumpp, Sr. Heriberta Erhard und Sr. Maria Uhl ganz in Chesongoch blieben, das seit 1984, als Nairobi zur Region erhoben wurde, zu dieser Region gehört.
Heute arbeiten dort 5 Schwestern im Gesundheitsdienst im Chesongoch Health Center, in der Pastoral in der Pfarrei, und sie führen einen Kindergarten mit zur Zeit 70 Kindern.

2. Nairobi – Ruaraka (St. Scholastica) - 1981

Im Jahr 1978 begann die Kongregation der Missions-Benediktiner von St. Ottilien eine Neugründung in Nairobi, die sich zu einem Priorat mit Pfarrzentrum in der Nähe des Mathare Valley Slums entwickeln sollte. Unsere Generalleitung wurde um Schwestern zur Mitarbeit gebeten. Der damalige Erzbischof von Nairobi, Kardinal Maurice Otunga, unterstützte diese Bitte, da er die Präsenz der alten Orden in seiner Diözese wünschte. Unsere Generalleitung trug sich zu dieser Zeit mit dem Gedanken, in Afrika ein Noviziat für einheimischen Ordensnachwuchs für unsere Kongregation zu eröffnen, so wurde der Einladung stattgegeben. Bis zu dieser Zeit hatten die Missions-Benediktinerinnen keine Afrikanerinnen in die eigene Kongregation aufgenommen, sondern den früheren Anweisungen der Bischöfe entsprechend, dazu beigetragen, dass in Tanzania (2), in Süd-Afrika (1), und in Namibia (1) Benediktinische Diözesan-Kongregationen gegründet wurden.
Im Januar 1980 kamen die ersten beiden Schwestern (Sr. Irmtrud Wagner und Sr. Chantal Gerster) in Kenia an. Sie besuchten zunächst einen Swahili-Sprachkurs, während bereits am 1. März 1980 mit dem Bau eines kleinen Klosters und eines Kindergartens auf einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Grundstück neben dem im Bau befindlichen Kloster mit Pfarrkirche der Pfarrei St. Benedict begonnen werden konnte. Nach Beendigung des Sprachkurses konnten die Schwestern in zwei Angestelltenwohnungen der Benediktiner leben, bis sie im Januar 1981 in ihr eigenes Kloster einziehen konnten. Inzwischen war die Gemeinschaft im Lauf des Jahres auf fünf Schwestern angewachsen (Sr. Magda Eberhard, Sr. Fidelis Jardiel und Sr. Ramira Uy), denen sich am 1. Februar 1981 zwei Aspirantinnen aus Uganda zugesellten.
Die Einweihung des ersten Klosters mit Kapelle und Kindergartens St. Scholastica fand am 10. Februar 1981 durch Kardinal Otunga statt in der Gegenwart der Generalvikarin M. Edeltrud Weist. Am gleichen Tag wurden Sr. Chantal Gerster zur ersten Oberin und Sr. Fidelis Jardiel zur Novizenmeisterin ernannt.
Von 1982 bis 1983 wurde auf dem gleichen Grundstück eine Dispenserie errichtet. Sr. Ramira Uy musste 1982 nach Manila zurückkehren. Sr. Amparo Salentes, eine philippinische Krankenschwester, kam an ihrer statt und wurde die erste Leiterin dieser ambulanten Krankenstation “Uzima Dispensary”, die am 11. Juli 1983 von Kardinal Otunga eingeweiht wurde, und wo seitdem vielen Patienten geholfen werden konnte. Die tägliche Patientenzahl war zeitweise über 400 und ging sogar bis 600, sodass 1992 die Dispenserie 1992 für fünf Monate geschlossen werden musste, um die notwendige Erweiterung durch den Aufbau eines Obergeschosses und der Einrichtung eines guten Labors zu ermöglichen.
während all dieser Zeit von 1983 bis 2000 wurde es Sr. Chantal ermöglicht, ihre sozialen Sprechstunden in einem Raum der Uzima Dispenserie abzuhalten.

Auch der Kindergarten, der nacheinander unter der Leitung von Sr. Magda Eberhard, Sr. Lourdes-Edissa Manrique und Sr. Josephine Eburuaja stand, wird jetzt von Sr. Emily Macharia geleitet wird, hat sich ebenfalls gut entwickelt. Im Jahr 2000 wurde ein größerer Erweiterungsbau eingeweiht, und inzwischen entstand auf einem benachbarten Grundstück, das käuflich erworben werden konnte, ein Volksschulgebäude, das nun zusammen mit dem Kindergarten die “St. Scholastica’s Academy” bildet, und wo bereits Kinder bis zur vierten Klasse unterrichtet werden.

In den Jahren nach der Gründung nahm die Zahl der Schwestern ständig zu, und besonders durch Neueintritte aus Kenya und Tanzania kam es bald zu einem großen Platzmangel, der dazu führte, dass nach einem Grundstück gesucht werden musste, das die Möglichkeit zur Errichtung eines Prioratshauses bot.

Bereits 1984 wurde von der Generalleitung die Region Nairobi errichtet, bestehend aus dem zu bauenden Regionalhaus in Karen und den Stationen in Ruaraka und Chesongoch. Sr. Chantal Gerster wurde zur Regionaloberin ernannt.
Die erste Professfeier einer einheimischen Schwester: Sr. Maria Goretti Achieng aus Uganda, fand noch in Ruaraka am 11. Juli 1984 statt.

3. Karen-Nairobi (Herz Jesu Priorat) - 1985

Mit Hilfe von Kardinal Otunga gelang es den Schwestern 1983 in Karen, einem Vorort von Nairobi, mehrere benachbarte Grundstücke zu erwerben, auf denen bereits zwei Wohnhäuser standen. Die Besitzer des größeren Hauses blieben noch ein Jahr zur Miete wohnen, was den Schwestern die Möglichkeit zur Planung eines An- und Umbaus gab und außerdem dazu diente, die notwendigen Geldmittel zu beschaffen. Ein kleineres Holzhaus wurde noch von einem alten Herrn auf Lebenszeit bewohnt, dem ursprünglichen Besitzer aller Grundstücke Leider verstarb er bereits Ende 1984, bevor die Schwestern in Karen einziehen konnten.
Der Bau dauerte von 1984 bis 1985. Am 3. Juni (Fest der Ugandischen Martyrer) fand der Umzug von drei Profess-Schwestern und acht Noviziatsangehörigen statt. Die erste Heilige Messe, gefeiert zusammen mit den Benediktiner-Mönchen, fand am 14. Juni 1985 statt (Herz-Jesu-Fest). Von dieser Zeit an hatten die Schwestern täglich heilige Messe, gefeiert von ihrem Kaplan, Fr. Victor Zinkuratire, SSS, der seit dem 13. Juni in Bethany (dem Holzhaus, wo ursprünglich der Kaffee-Plantagen Manager von Karen Blixen), residierte.
Da das Kloster genügend Platz bot, konnten wir zum Eucharistischen Weltkongress im August 1985 Schwestern aus allen Afrikanischen Prioraten und der mit Hilfe unserer Kongregation gegründeten Afrikanischen Kongregationen einladen und beherbergen.

Ein weiterer Höhepunkt im Jahr 1985, dem hundertsten Jubiläumsjahr seit der Gründung der Kongregation der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing, war schließlich die Einweihung des Herz-Jesu-Konvents am 24. September 1985.
Bereits seit 1982 hatte das Priorat Peramiho, und seit 1987 das Priorat Ndanda, ihre Aspirantinnen zur klösterlichen Ausbildung nach Nairobi geschickt. Im Jahr 1986 kamen hierzu noch Postulantinnen von Angola, sodass die Gemeinschaft immer mehr international wurde. Dies führte jedoch auch dazu, dass sich bald wiederum, wie zuerst in Ruaraka, eine bedrängende Raumnot ergab, ganz zu schweigen vom Mangel an älteren Schwestern, die so dringend als Vorbilder für die Jugend notwendig gewesen wären.

Als am 10. Februar 1987 das Priorat Nairobi errichtet und im April des gleichen Jahres Sr. Christiane Spannheimer zur ersten Priorin gewählt wurde, war deshalb die Planung eines eigenen Prioratshauses mit größerer Kapelle die dringendste Aufgabe. Dieser Bau konnte von 1988 bis 1990 verwirklicht werden. Die Schwestern zogen bereits im April in den neuen Anbau, die Einweihung wurde jedoch erst am 1. November nach der Fertigstellung der Klosterkirche gehalten. Wiederum präsidierte Kardinal Otunga bei dieser Feier und Einweihung.
Da es noch Platz im Haus gab und die AOSK (Schwesternvereinigung von Kenia) ein Haus für ihren 2-jaehrigen Katechetenkurs für Schwestern suchte, boten wir unser Haus dafür an. Sr. Terese Zemale arbeitete mit im Ausbildungsteam, und zwei unserer eigenen Schwestern sowie zwei Schwestern von Chipole und Ndanda nahmen daran teil.

Inzwischen war von 1987 bis 1988 auf dem Gelände die “St. Odilia’s Dispensary” errichtet und von Kardinal Otunga im Mai 1988 gesegnet und eröffnet worden gleichzeitig mit der Grundsteinlegung für das Prioratshaus. Von dort aus begannen die Schwestern inzwischen mit “community based health care” in den umliegenden Dörfern.

Auch in Karen nahm die Gemeinschaft weiter zu. Bereits im Jahr 1990 war es möglich gewesen, von Nachbarn 5 Acre gutes Land zu erwerben. Nach Beendigung des zwei-jährigen Katechetenkurses konnte für einige Zeit in dem noch freien Flügel des Konventgebäudes Platz für ExerzitantInnen angeboten werden. Da die Nachfrage danach groß war, entschloss sich die Gemeinschaft, auf dem neu erworbenen Grundstück ein Exerzitien- und Gästehaus zu bauen. Dieser Traum konnte von 1994 bis 1995 verwirklicht werden. Damit konnte Sr. Christiane Spannheimer die Möglichkeit geboten werden, als Einsiedlerin zu leben, wofür sie als besondere Ausnahme die Erlaubnis der Generalleitung erhalten hatte nach Ablauf ihrer Amtszeit als Priorin 1992. Neben dem Exerzitienhaus wurden zwei kleine Einsiedeleien gebaut, eine für Sr. Christiane, und die andere zum Exerzitienhaus gehörend. Sr. Christiane konnte bereits am 10. Oktober 1994 ihre Einsiedelei beziehen, während das “Subiaco Center” erst am 11. Juli 1995 von Kardinal Otunga eingeweiht wurde. Dieses Zentrum erfreut sich seitdem großer Beliebtheit für Einzel- und Gruppenexerzitien und andere Kurse christlicher und Ordensgemeinschaften, sowohl von Katholiken als auch anderer Kirchen.

Im Jahr 1992 war Sr. Chantal zur Priorin gewählt worden. Seit dieser Zeit fanden die Koreanischen Katholiken, die in Nairobi leben, an den Sonntagen die Möglichkeit, die Heilige Messe zu feiern und sich auch gesellig zu treffen. P. Gregor Hucke, der von 1988 bis 2004 Hausgeistlicher in Karen war, nahm sich dieser Aufgabe mit besonderem Eifer und großer Treue an und lernte sogar, die Gebetstexte auf Koreanisch zu beten.

Die Noviziatsausbildung von jungen Angolanerinnen wurde bereits früher in Angola weitergeführt. Die Priorate von Peramiho und Ndanda begannen damit im Jahr 1996, sodass seit dieser Zeit keine neuen Aspirantinnen mehr von dort nach Kenya kamen. Verschiedentlich wurde jedoch die Vorbereitung zur ewigen Profess gemeinsam abgehalten, und es kamen dazu auch Schwestern von Namibia.

Im Jahr 2000 wurde Sr. Elisabeth Busbach zur dritten Priorin gewählt, und seitdem gab es weitere gute Entwicklungen, wie z.B. den Erwerb des Nachbargrundstücks mit Haus, das direkt zwischen Subiaco Center und St. Odilia’s Dispenserie gelegen ist, und wodurch der Besitz der Missions-Benediktinerinnen zu einer Einheit geworden ist.
Nachdem die ursprünglichen Mieter ausgezogen sind, bietet sich dieses Haus als Ergänzung und Erweiterung zum Subiaco Center an. Austere kann die ursprüngliche Eingangsstrasse wieder benützt werden

Inzwischen hat Gott auch begonnen, die Ernte fürs Himmelreich einzuholen: Am 30. Juli 2002 wurde Sr. Wilgard Lumpp 90-jährig als reife Frucht in Karen heimgerufen, und am 7. Juli 2005 Sr. Irmtrud Wagner 77-jährig in Tutzing nach einer schweren Krebserkrankung.

4. Endo (St. Josef der Arbeiter) - 1987

Auch im Keriotal breitete sich inzwischen der Katholische Glaube weiter aus. 1983 begann P. Benedikt Ruegg OSB im von Chesongoch etwa 20 km entfernten Endo eine Missionsstation aufzubauen. Er lud dazu auch die Missions-Benediktinerinnen ein, für die er 1984 ein großes 2-stöckiges Konventgebäude errichtete. zunächst war es jedoch personalmässig nicht möglich eine Station zu errichten, und die Schwestern fuhren abwechselnd von Chesongoch nach Endo, um die Kranken zu versorgen und in der Pastoralarbeit zu helfen. Erst 1987 konnte die Station offiziell errichtet und Sr. Heriberta Erhard als erste Oberin eingesetzt werden. Seitdem entstand auch hier ein Health Center und die Schwestern arbeiten in der Pfarrei und in der Jugend- und Frauenpastoral mit.

5. Eldoret (St. Gertrud) - 2003

Seitdem unsere Schwestern im Keriotal arbeiten, wurden sie jederzeit gastlich in der sogenannten “Prokura” der Missions-Benediktiner in Eldoret aufgenommen. Nach und nach zogen sich jedoch die Benediktiner aus dem Keriotal zurück. Die verbliebenen Patres bauten sich ein kleineres Haus auf einem Teil des Grundstücks, und schließlich, nach längeren Verhandlungen, konnten die Schwestern im Jahr 2000 zwei Drittel des ganzen Grundstücks mit dem ursprünglichen Haus von ihnen abkaufen.
Dieses Haus konnte inzwischen an- und umgebaut und repariert werden, und im März 2003 wurde der erste Konvent mit drei Schwestern kanonisch errichtet und Sr. Irmtrud zur ersten Oberin ernannt. Dieser Konvent dient den Schwestern der beiden Stationen Chesongoch und Endo. Daneben war die erste Aufgabe in Eldoret selbst die Krankenhauspastoral in einem der nahe gelegenen Krankenhäuser.
Später sollen noch andere Aufgaben hinzukommen und evtl. ein weiteres Kloster mit ambulanter Krankenstation und Pastoralarbeit auf einem neu erworbenen Grundstück außerhalb von Eldoret hinzukommen.

Sr. Chantal Gerster OSB.
 

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