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AFRIKA – DAS ERSTE MISSIONSFELD
(aus der Kongregationsgeschichte von M. Irene Dabalus OSB)
DAS PRIORAT PERAMIHO
Wie ein Phoenix, der sich aus der Asche der Zerstörung erhebt, so kämpften sich die Missions-Benediktinerinnen aus der Verwirrung der deutschen Kulturrevolution und der internen Krise von St. Ottilien heraus, um 1887 ihr erstes Missionsunternehmen in Dar-es-salaam, Tansania, zu wagen.
Obwohl nicht die erste afrikanische Missionsstation, war das Priorat Peramiho doch das erste Missionsprojekt der Schwestern, das stabil auf afrikanischem Boden verwirklicht wurde. Es begann im Jahr 1898 als Missionsstation.
Die Geschichte der frühen Jahre zeugt von Gottes Kraft, die aus dem ersten missionarischen Eifer im Herzen der benediktinischen Hingabe an das Lob Seiner Herrlichkeit hervorbrach. In den Annalen lesen wir:
„Am 20. November 1887 machten die Schwestern Lioba Ellwanger, Benedicta Sievering, Martha Wansing und Raphaela Kamphaus ihre erste Ordensprofess in Rom, auf ihrem Weg nach Ostafrika, in der Gesellschaft von P. Bonifatius Fleschutz, dem ersten Apostolischen Präfekt von Sansibar, und anderen Mönchen …Nach einem Jahr intensiver und schwieriger Missionsarbeit in Pugu erlitt dieses Unternehmen ein blutiges Ende durch einen von Arabern angestifteten Aufstand unter den Eingeborenen. Sr. Martha wurde von einer Kugel getroffen und starb...
1905 brach der Apostolische Vikar Cassian Spiess, von zwei Brüdern und zwei Schwestern, Sr. Felicitas Hiltner und Sr. Cordula Ebert, begleitet, zu einer Safari nach Peramiho auf. Die Gruppe wurde unterwegs von Maji-Maji Rebellen angegriffen. Alle fünf wurden ermordet.“
Im Jahr 1917 kamen die benediktinischen Missionsstationen unter alliierte Besatzung. Das deutsche Missionspersonal, - 26 Priester, 48 Brüder und 57 Schwestern – musste deportiert werden. In Kwiro durften zwei Schwestern ein Jahr auf der Station bleiben, um die Aussätzigen zu pflegen. 13 Schwestern wurden 3 Jahre lang in einem Lager in Südafrika in Haft behalten (Tempo). Bis 1920 waren alle Schwestern von Ostafrika ins Mutterhaus zurückgekehrt, mit Ausnahme der 13, die die Möglichkeit zur Einreise in Südafrika erhielten um dort ein neues Priorat im Zululand zu errichten.
Erst im Jahr 1926 erhielten die deutschen Schwestern wieder die Einreiseerlaubnis nach Ostafrika und sie begannen gleich wieder mit der Erziehung von jungen afrikanischen Mädchen. Sie errichteten Elementarschulen sowie Kurse in Hauswirtschaft, mit besonderer Betonung auf Hygiene und Kinderpflege. Schließlich eröffneten sie auch Sekundarschulen und Krankenhäuser, Krankenpflege- und Hebammenkurse. In Peramiho blühte auch eine Nähschule.
Die Schwestern dieses Priorates hatten die Freude, „Geburtshilfe“ für eine einheimische Schwesternkongregation zu leisten. Inzwischen haben deren Mitglieder einige Werke übernommen, weitergeführt und erweitert, die die Missionarinnen begonnen hatten. Heute stehen die Elementar- und Sekundarschulen unter der Verwaltung von einheimischem Personal.
Im Bereich des Gesundheitsdienstes hat das Priorat einen sehr wichtigen Beitrag für die afrikanische Bevölkerung von Tansania geleistet. Inmitten eines sich durchkämpfenden wirtschaftlichen und politischen Lebens hat die Gemeinschaft sich bemüht, den Menschen die Segnungen von primärer Gesundheitsfürsorge in drei großen Missionshospitälern des Priorates zu geben.
Im Jahre 2001 konnte das Priorat Peramiho dankbar sein 100-jähriges Jubiläum feiern.
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