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Am 11. November 1887, 3 Jahre nach der Gründung der Gemeinschaft, fand in St. Ottilien die erste Aussendung nach Ostafrika statt. Ein Priester, ein Frater, acht Brüder und vier Schwestern machten sich auf den Weg in die Apostolische Präfektur Süd-Sansibar. Auf der Reise in ihr Missionsland legten sie in Rom, in der Kirche des Campo Santo, neben St. Peter, ihre Ordensgelübde ab. Schon im März 1888 konnten die Missionare in das neugebaute Haus in Pugu, etwa 20 km südwestlich von Dar es Salaam einziehen. Die “weissen Frauen” wurden von den Afrikanerinnen sehr bestaunt und waren bald beliebt, vor allem bei den Kindern. Aber die Tropenkrankheiten setzten den jungen Brüdern und Schwestern sehr zu. Die Köchin, Sr. Lioba Ellwanger, starb über Nacht an Fieber, Sr. Raphaela Kamphaus musste in die Heimat zurückkehren. Auch den Brüdern ging es nicht besser. Die Grabsteine der tapferen Pioniere legen noch heute ein beredtes Zeugnis ab von ihrer Jugend, die sie für das Reich Gottes opferten. Ein Aufstand gegen die deutsche Kolonialmacht brachte die Mission bald in Gefahr. Zwei Schwestern und sieben Brüder waren in Pugu, als die Station am Sonntag, den 13. Januar 1889, von Aufständischen überfallen und ganz niedergebrannt wurde. Zwei Brüder und Sr. Martha Wansing wurden sofort getötet, drei Brüder, die verwundet waren, und Sr. Benedikta wurden in Gefangenschaft abgeführt, zwei Brüder konnten heimlich entkommen. Damals trugen alle Mitglieder der Gemeinschaft als Zeichen ihrer Bereitschaft zum Blutzeugnis einen breiten, roten Gürtel über dem Ordensgewand. Wie hatte doch Sr. Martha vor ihrer Abreise nach Afrika an ihre Angehörigen geschrieben?: “Mit froher Entschlossenheit umgürte ich mich mit dem roten Cingulum, das mich beständig an die Bereitschaft erinnern soll, mein Blut für den hl. Glauben zu vergiessen.“
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