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 MISSIONS-BENEDIKTINERINNEN VON TUTZING

Das Mutterhaus in Tutzing, in der Nähe der Alpen am Starnberger See gelegen, ist nicht nur die geistige Heimat aller deutschen Schwestern. Nein, jede Schwester unserer Kongregation freut sich, wenn sie dieses Stammkloster und den malerischen Ort kennenlernen darf, der unseren Namen geprägt hat. Heute gehören zum Priorat Tutzing 129 Schwestern und 5 Häuser: das Mutterhaus, Ettiswil (Schweiz), Wessobrunn, Bernried und Dresden.
Mehr über diese Gemeinschaften und ihre Tätigkeiten erfahren Sie auf der Priorats-Website:                
                              http://www.missions-benediktinerinnen.de

Priorat Tutzing

In der Fotogalerie sehen Sie einige Bilder von Tutzing, unserm Kloster und dem wunderschönen Starnberger See. Wir laden Sie auch in unser Gästehaus ein, hier können Sie mehr darüber erfahren:
http://www.missions-benediktinerinnen.de/Gaestehaus.html

Starnberger See1

Tutzinger Pfarrkirche

Klostereingang

Christus am Eingang

Kloster

Herz-Jesu-Statue im Garten

Starnberger See2

Blick Benediktenwand

Starnberger See3

Schwäne

Starnberger See4

Starnberger See5

Starnberger See6

Starnberger See7

Starnberger See8

Blick auf Zugspitze

Kontaktadresse: Sr. Ruth Schönenberger - Bahnhofstr. 3 - D-82327 Tutzing -Tel: 0049 8158 23 501
 Internet: http://www.missions-benediktinerinnen.de 

M.Birgitta Korff.pdf - Adobe Reader


DAS PRIORAT TUTZING
:

(aus der Kongregationsgeschichte
von M. Irene Dabalus OSB, 1985)

Ein Mutterhaus für die „auswärtigen Missionen“


Am 29. Juli 1904 übersiedelte die Schwesterngemeinschaft mit 69 Professen, 9 Novizinnen und 15 Postulantinnen von St. Ottilien in das neue Kloster in Tutzing, Bayern. Von dieser Zeit an war es das Kloster des Heiligsten Herzens und Mutterhaus der Missions-Benediktinerinnen. Nach den schwierigen Gründungsjahren brach die junge Kongregation, die sich hier niederließ, in volles Leben aus. Nach der Diözesan-Statistik zählte die Kongregation am 01. Januar 1904 bereits 119 Mitglieder.

Das Leben konnte nicht stillstehen, und so floss es über. Die Missions-Benediktinerinnen fanden Betätigungsfelder für ihre missionarische Energie in Missionsgebieten, die von allen Teilen der Welt nach ihnen riefen.

Im vorausgegangenen Jahrzehnt hatten sie bereits ihren Kurs nach Ostafrika gerichtet. Um die Jahrhundertwende wurden sie an die Küste von Lateinamerika gerufen. Schon im Jahre 1903 sandte das Mutterhaus 8 Missionarinnen aus, um Olinda in Nordbrasilien zu gründen, und bald darauf folgte Sorocaba in Südbrasilien.

Es war die Zeit für die Ausweitung der Missionshorizonte. Das erste Jahrzehnt des Jahrhunderts öffnete ihnen den Weg in den Fernen Osten. Fünf Pionierinnen setzten 1906 nach Manila, Philippinen, über. Bald konnten sie sich auch auf die anderen Inseln des Archipels ausbreiten.

Auch in der europäischen Heimat rief die Mission. 1914 sandte das Mutterhaus 4 Schwestern nach Bulgarien für Schulunterricht, pastorale Arbeit und Sorge für die Kranken in den Pfarreien deutscher Siedler.

In diesen Jahrzehnten erfuhr das missions-benediktinische Leben ein phänomenales Wachstum. Auch nach dem Ersten Weltkrieg brachten Ordensberufe in Tutzing eine jährliche Eintrittszahl von 60-80 Kandidatinnen. Im Jahr 1920 suchten die 13 Schwestern, die aus Ost-Afrika ausgewiesen waren, ein neues Arbeitsfeld in Südafrika. Dies führte zur Gründung des Priorates Inkamana im Jahr 1922 und des Priorates Windhoek im heutigen Namibia in 1923.

Dann kam eine neue Herausforderung von einem anderen Teil des Erdballs, als 1923 der Erzbischof von Omaha in den Vereinigten Staaten die Schwestern bat, eine Pfarrschule in Raeville, Nebraska, zu übernehmen. Diese Gründung entwickelte sich in das Priorat Norfolk im Flachland von Nebraska, einer Mission nicht nur für die deutsche Bevölkerung, sondern auch für die immer geringer werdenden amerikanischen Indianer.

Ein zweiter Ruf in den Fernen Osten Asiens kam in 1925. Vier Pionierinnen antworteten, und Wonsan, Nordkorea, im „Land der Morgenstille“, wurde eine andere Front der Evangelisierung unter den ständig wachsenden Millionen Asiens.

In Afrika selbst kam es nie zu einem Stillstand. 1931 zog eine neuer Ruf von Galangue im südlichen Angola 5 Schwestern zu einem missionarischen Leben inmitten der armen Bevölkerung dieses Landes.

Der Zweite Weltkrieg brachte nur einen vorübergehenden Stillstand in die fast von Jahr zu Jahr wachsende Ausbreitung der Tutzinger Missions-Benediktinerinnen. Nach dem Krieg öffneten sich neue Arbeitsgebiete: Menongue in Angola (1977 wieder eröffnet), Bande und Baltar in Portugal in 1961 bezw. 1968, und Nairobi, Kenia, in 1981.

Auch als die Ordensberufe nach dem Krieg nachließen, konnte das Mutterhaus trotzdem nicht weniger als 200 Schwestern an Orte senden, wo die Kirche dringend mehr Arbeiter brauchte. Diese missionarische Vitalität im Leben der Kongregation war die Verwirklichung des Traumes von P. Andreas Amrhein. Der Traum war nicht neu. Er war dieselbe Vision eines Lebens von Lobpreis und Dienst in Gottes Welt, die Benedikt von Nursia und seine damaligen Mönche angefeuert hatte, Gottes erlösendes Wirken in ihrer nahen und weiteren Umgebung zu verkünden.

Mission in der Heimat. Der Unternehmungsgeist der Missionarinnen fand seinesgleichen im entsprechenden Wachstum und in der Entwicklung des benediktinischen Lebens und Wirkens daheim. Neben seiner Aufgabe als zentraler Punkt im Leben einer internationalen Kongregation hat das Mutterhaus auch als Treffpunkt für die gute alte Tradition wie auch für die herausfordernden Impulse einer neuen Epoche gedient.

So haben es die rückkehrenden Missionarinnen erfahren, die im Mutterhaus immer eine Heimat fanden, die sie willkommen hieß. So ist auch die ständige Wertschätzung der Kranken, die ins 150-Betten Krankenhaus kommen, nicht nur wegen der Sorge um sie als Patienten, sondern auch zur Linderung in den schlimmen Stunden des Schmerzes. Es ist auch der Anziehungspunkt für Kinder, Jugendliche, Studenten, Ehepaare und alte Menschen, die seine Zentren aufsuchen auf der Suche nach guten Erziehungsprogrammen und christlichen Gemeinschaftser-fahrungen.

Zurzeit besteht das Priorat Tutzing aus fünf Gemeinschaften, die in verschiedenen Apostolaten mit Menschen verschiedenen Alters engagiert sind.

Die Herausforderung einer neuen missionarischen Situation. An der Schwelle des Jahres 2000 finden sich die Missions-Benediktinerinnen in gewisser Hinsicht an einem Wendepunkt. Sie erleben eine Verschiebung im Missionsverständnis, das nicht mehr nur als Übersiedelung in fremde Territorien gesehen wird, sondern auch als Wiederbelebung des christlichen Lebens daheim. Die schnellen Veränderungen in einer hoch-technologischen Gesellschaft, das Wachstum von rauhem Individualismus und die Wurzellosigkeit einer mobilen Bevölkerung zehren an der Grundlage der christlichen Zivilisation und entchristlichen die einst christlichen Völker des Westens.

Diese Situation versetzt die ehemaligen Bollwerke des Christentums in den Kontext der Mission. Sie definiert Mission um als ein Mandat, das wesentlich in sechs Kontinenten besteht. Die neue Ausrichtung von Notwendigkeiten verlangt von der Kirche eine neue Haltung der Mission gegenüber. Das Priorat Tutzing, als Ordensgemeinschaft ein empfindsamer Nerv in der Kirche, musste dieser neuen missionarischen Szene in der Heimat ernsthaft begegnen. Angesichts des weit verbreiteten Säkularismus musste das Priorat immer wieder überdenken, wie es die tiefen inneren Quellen seines monastischen Lebens öffnen könnte, um den vorrangigen apostolischen Bedürfnissen in der europäischen Kirche zu antworten.

Ein vorausschauendes Prioratskapitel legte besondere Betonung auf den Zeugniswert eines Lebens nach dem Evangelium und ergriff folgende neue Initiativen:

  • Stärkung des Missionsbewusstseins in bestehenden Gemeinschaften und Arbeitsbereichen
  • Gemeinschaften zu einem sichtbaren Bild der Kirche machen
  • Antwort auf konkrete individuelle und soziale Probleme in Kirche und Gesellschaft
  • Teilen des Gemeinschaftslebens mit interessierten Personen durch Kloster auf Zeit, Gebetstage und Einkehrtage
  • Verkündigung des Evangeliums durch Jugend- und Erwachsenenbildung
  • Teilnahme an ökumenischen Bemühungen
  • Auseinandersetzung mit religiösen Bewegungen in Europa

Und so, unter veränderten Verhältnissen, lebt das missions-benediktinische Charisma seine ursprüngliche Inspiration von Gebet und Arbeit in Gemeinschaft weiter, im Dienst an der Kirche, die in Not ist.

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