MISSIONS-BENEDIKTINERINNEN VON TUTZING

Unsere Märtyrerinnen

OSTAFRIKA 1889 und 1905
NORDKOREA 1949-1954

Schon 1889 wurde die erste Missionsstation PUGU, in Tansania, nahe Daressalam, von Aufständischen zerstört, unsere Schwester Martha Wansing, sowie zwei Brüder ermordet.
Ein Gedenkstein erinnert an diese ersten Opfer.

Sr. Martha Wansing OSB.

Aus einem Brief von Sr. Martha:
“Mit froher Entschlossenheit umgürte ich mich mit dem roten Cingulum, das mich beständig an die Bereitschaft erinnern soll, mein Blut für den hl. Glauben zu vergiessen.“

Beim Maji-Maji-Aufstand 1905 wurden der Bischof Cassian Spiss mit zwei Brüdern und unsere Schwestern Felicitas Hiltner und Cordula Ebert auf dem Weg nach Peramiho ermordet. An dieser Stelle errichtete man ein Gedenkkreuz und eine Gedenktafel. Zum 100. Jahrestag der Ermordung fand dort eine Wallfahrt mit feierlichem Gottesdienst statt.

Sr. Felicitas Hiltner OSB.

Sr. Kordula Ebert OSB.

Gedenkkreuz in Liwale
Priorat Ndanda

Am 29. August 1905 fiel nahe bei Nyangao unsere Schwester Walburga Diepolder OSB. den Maji-Maji-Kriegern zum Opfer. Ihre bewegende Geschichte können Sie hier nachlesen.

Sr. Walburga Diepolder OSB.

“Mein geliebter Jesus,
ich opfere dir mein Leben,
rette die anderen!

Bilder von der feierlichen Wallfahrt zum 100. Jahrestag der Ermordung von Bischof Cassian Spiss, der zwei Brüder und zwei Schwestern in Liwale, August 2005. Ein Gedenkstein wurde eingeweiht.


 Unsere Märtyrerinnen in Nordkorea (zwischen 1950 und 1952)

 

1. Sr. Eva Schütz (Eugenie)

    Geboren: 10. April 1899 in Bernried, Deutschland

    Erste Profess:  30. August 1926 im Mutterhaus Tutzing

    Aussendung in die Mission:  4. September 1926 nach Wonsan, Nordkorea

    Todesdatum:  10. August 1950 in Oksadok, Nordkorea

 

                               Lesen Sie hier ihre Geschichte!

 

 

 

 

 

2. Sr. Lucia Park (Angela)

          Geboren: 14. Oktober 1919 in SoonAhn; PyungAhnNahmDo, Nordkorea
          Erste Profess: 22. Juni 1943 in Wonsan, Nordkorea
          Todesdatum:  11. Oktober 1950 in SoonAhn, PyungAhnNahmDo, Nordkorea

Sr. Lucia Park war die Nichte von Sr. Columba Park, die nach der Auflösung der Klöster und Trennung von den deutschen Oberinnen als Subpriorin für die koreanischen Schwestern ernannt wurde.

Sr. Lucia Park wurde 1919 als erstes von drei Kindern in SoonAhn, PyungAhnNam, Nordkorea, geboren. Die Familie war recht wohlhabend.  Ihr Vater starb, ehe sie ins Kloster eintrat. Sie hatte ein aufrechtes und positives Selbstbewusstsein. Sie war offen und ehrlich und sprach aus, was sie für richtig hielt. Sie war eine schöne Frau und ihr Charakter war erfrischend wie ein klarer Morgen. Alle liebten sie. Von ihrer Familientradition her hatte sie einen tiefen katholischen Glauben. Sie half gern den Armen und Notleidenden. Sie hatte einen guten Verstand und ein korrektes Urteil.

Als Neunzehnjährige kam sie zur Einkleidungsfeier ihrer Tante, Sr. Columba Park, und trat sogleich ins Kloster in Wonsan ein. Mit ihrem lebhaften und intelligenten Charakter ertrug sie alle Schwierigkeiten des Klosterlebens. Als Postulantin bestand sie eine Eignungsprüfung als Musiklehrerin.

Als ihre erste Profess verschoben wurde, wurde sie mutlos. Doch ihre Tante, Sr. Columba, riet ihr: “Wer die größte Krone des Martyriums erhält, ist wichtiger, als wer die Profess schneller macht als die andern.“ Also wollte Sr. Lucia die Krone des Martyriums schon vor ihrer ersten Profess erhalten. 

Und sie erhielt, was sie erwünschte: die Krone des Martyriums für Christus. Am 11. Oktober 1950, sieben Jahre nach ihrer ersten Profess, wurde sie im Alter von 31 Jahren, durch die einheimischen Kommunisten ihrer Stadt erschossen.

 

 

 

3. Oblatin Chang (Agatha)

Geboren: 1910 (Tag und Monat sind nicht bekannt) in HwangHaeDo, Nordkorea; wuchs auf in HeHwaDong, Seoul
Datum der Oblation:  26. Februar 1927
Todesdatum: 14. Oktober 1950 im HamHeung Gefängnis, Nordkorea

Als Hausoblatin in unserem Kloster lebte Agnetta 23 Jahre ein Opferleben im Geist der Märtyrer. Sie unterrichtete und taufte viele Menschen. Bereitwillig nahm sie die einfachen Dienste im Kloster an.

Sie konnte nicht das Ordenskleid tragen, was sie so sehr ersehnte, aber dafür  erhielt sie die Krone der Märtyrer durch die Kommunisten.

Im Gefängnis wurde sie gefoltert und im Alter von 40 Jahren ermordet. Sie wurde auf dem katholischen Friedhof in Hamheung, Nordkorea, begraben.

 

 

 

 

             4. Sr. M. Fructuosa Gerstmayer (Maria)

      Geboren: 4. Februar 1898 in Weingarten, Deutschland
      Erste Profess: 2. Februar 1923 im Mutterhaus Tutzing
      Aussendung:  4. September 1926 nach Korea
      Todesdatum:  16. September 1952 im Arbeitslager Oksadok

Sr. Fructuosa kam aus einer sehr frommen katholischen Familie mit 10 Kindern, die sehr lebhaft und glücklich miteinander aufwuchsen. Sie hatte einen offenen, hilfsbereiten und schönen Charakter. Sie war schlank und groß und hatte eine klare, schöne Stimme. Darum war sie immer für den kleinen Chor zuständig. Als sie in Korea ankam, wurde sie gleich die vorstehende Krankenschwester der „Maria-Hilf“ Klinik, anstelle von Sr. Hermetis, die wegen ihrer schwachen Gesundheit auf die Philippinen gesandt wurde. Sr. Fructuosa diente und sorgte für die Armen und Kranken mit allem Eifer ihrer 23 Jahre. Sie war auch eine eifrige Missionarin, die mehr als 5000 Kinder bedingungsweise taufte. In Wonsan und Umgebung besuchte sie fast alle Familien und sorgte für die armen kranken Leute. An den Sonntagen betete sie vor dem Allerheiligsten Sakrament, besonders für die extrem armen Leute, für die Ungläubigen und Atheisten. Wenn sie gerufen wurde, eilte sie hinaus, um sich der kritisch Kranken anzunehmen so gut sie es konnte, ohne sich zu beklagen oder zu zögern. Es schien, dass sie mit den Armen und Kranken glücklich war, die auf ihre Sorge warteten.

Als die Klinik von den Kommunisten geschlossen wurde, kam sie in Gefangenschaft und wurde dann mit den anderen Schwestern zu Schwerstarbeit in das Arbeitslager Oksadok gebracht. Aber sie konnte nicht für sich selber sorgen, und so litt sie gesundheitlich sehr im Gefängnis und in Oksadok. Es folgt Sr. Diomedes Bericht über Sr. Fructuosas letzte Tage:

“Sr. Fructuosa litt an Durchfall und Wassersucht seit der Gefangenschaft in PuyungYang. Sie konnte sich von der Krankheit nicht mehr erholen, sondern es wurde schlimmer in Oksadok. Trotzdem half sie täglich in der Küche des Arbeitslagers und bemühte sich, ihre Gefährtinnen zu ermutigen. Im August 1951 erlitt sie einen Schlaganfall und erhielt die Sterbe-Sakramente. Danach schien sie etwas besser zu werden, aber sie musste ihre Zeit liegend im Nähzimmer verbringen. Und selbst liegend, im Lager-Nähzimmer, tat sie mehr als ihren Anteil beim Nähen. Sie flickte die Socken und Handschuhe ihrer Gefährten bis tief in die Nacht hinein. Dadurch wurde ihre Krankheit schlimmer und sie bekam andere Infektionskrankheiten. So war sie schließlich ganz bettlägerig. Dann erlitt sie einen weiteren Schlaganfall und wurde bewusstlos. Zwischen dem 15. und 16. September 1952 vertauschte sie diese Welt um eine bessere, noch bewusstlos, aber friedlich. Nach Sr. Fructuosas Tod lockerten die Lagerwächter ihren harten Griff ein wenig und behandelten uns etwas besser. Wir waren fast sicher, dass Sr. Fructuosa bei Gottes Thron für uns Fürbitte getan hat.”

Sr. Fructuosa war bei den Leuten von Wonsan als die „berühmte deutsche Arzt-Schwester und lebendige Heilige“ bekannt.  Sie hat wahrlich als solche gelebt. Sie war eine vollkommene Ordensfrau, eine Muster-Schwester. Sie lebte das Leben der Märtyrer in Geduld und Liebe. Und sie starb als Märtyrin.

 

ALLE UNSERE MÄRTYRER SCHWESTERN,

BITTET FÜR UNS!

 

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